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docunest

Spezialist
★★★★☆4.1basierend auf unserem Test
BranchensoftwareKI-Belegverarbeitung
8.0
Features
8.0
Benutzerfreundlichkeit
7.0
DSGVO
7.5
Preis-Leistung
FlinKI Redaktion · Oktober 2026

Was ist docunest?

docunest ist eine Kanzleisoftware für Steuerberater der docunest GmbH aus Nürnberg (Amtsgericht Nürnberg, HRB 44815). Sie ersetzt die DATEV nicht, sondern läuft daneben: Mandantenportal, Stammdaten-Erfassung, Freizeichnung, Dateiaustausch, Aufträge und eine KI-Buchhaltung greifen auf DATEV zu oder liefern dorthin. Die DATEV-Lizenzen der Kanzlei bleiben bestehen.

Aufgebaut ist docunest modular. Die drei Pläne Basic, Premium und Unlimited unterscheiden sich vor allem nach Nutzerzahl und Komfortfunktionen, die eigentlichen Kanzleimodule werden einzeln als Add-ons dazugebucht. Mandanten sind in allen Plänen unbegrenzt. Daneben bietet der Anbieter eine eigene Zeiterfassung für Arbeitgeber an, die nicht Teil dieses Reviews ist.

Für wen ist docunest geeignet?

docunest richtet sich an deutsche Steuerkanzleien mit DATEV, die den Austausch mit Mandanten digitalisieren wollen: Unterlagen anfordern, Personalfragebögen und Vollmachten digital ausfüllen und unterschreiben lassen, Belege über das Portal einsammeln. Gut passt das Tool für kleine bis mittlere Kanzleien, die nicht für jede Aufgabe ein eigenes Werkzeug lizenzieren wollen.

Eingeschränkt geeignet ist docunest für:

  • Kanzleien in Österreich mit BMD oder RZL, weil nur eine DATEV-Anbindung genannt wird
  • Unternehmen, die selbst buchen: Die KI-Buchhaltung ist laut Anbieter für Kanzleien gedacht, Mandanten reichen nur ein
  • Kanzleien, die vor dem Einsatz Zertifikate und offengelegte KI-Anbieter voraussetzen

KI-Funktionen im Detail

KI-Buchhaltung (Add-on)

Belege kommen per Upload, E-Mail-Weiterleitung oder vom Mandanten über das Portal. ZUGFeRD- und XRechnung-Belege werden strukturiert übernommen, PDFs, Scans und Fotos liest eine OCR aus: Lieferant, Rechnungsnummer, Datum, Beträge und Steuersätze. Die erkannten Werte werden vor dem Buchungsvorschlag gegengeprüft.

Die Kontierung nach SKR03 oder SKR04 ist pro Mandant einstellbar und läuft mehrstufig. Zuerst greifen Vorgaben für den Lieferanten, dann Regeln, und erst wenn beides nicht reicht, kommt ein KI-Vorschlag. Jede Korrektur fließt zurück, beim nächsten Beleg desselben Lieferanten übernimmt docunest die zuletzt bestätigte Buchung. Reverse-Charge nach § 13b UStG und gemischte Steuersätze werden erkannt, Anzahlungen laufen auf „Geleistete Anzahlungen“ und werden mit der Schlussrechnung verrechnet.

docunest bucht nicht selbst. Die Kanzlei gibt die Vorschläge frei, unsichere Fälle werden zur manuellen Kontierung markiert. Danach gehen die Buchungen als Buchungsstapel über den DATEV-Buchungsdatenservice an DATEV, mit dem Beleg als Bild am Buchungssatz. Alternativ ist ein EXTF-Export möglich. Konkrete Trefferquoten nennt der Anbieter nicht.

Bescheidprüfung (Add-on)

Steuerbescheide werden per KI gegen die eingereichte Erklärung geprüft. Das Ergebnis sind Abweichungen und eine Empfehlung, ob ein Einspruch sinnvoll ist. Welche Steuerarten unterstützt werden, gibt der Anbieter nicht an. Im Add-on für 49 €/Monat sind 25 Prüfungen enthalten, jede weitere kostet 1 €.

Anbindung an KI-Assistenten

Kanzleien können ihren eigenen KI-Assistenten mit docunest verbinden, als Beispiel nennt der Anbieter Langdock. Der Assistent kann dann Aufträge, Buchhaltung und Nachrichten abfragen. Laut Anbieter sieht er nur, was der angemeldete Mitarbeiter sehen darf, und ändert nur mit dessen Freigabe.

Mandantenportal, Freizeichnung und Aufträge

Das Mandantenportal gibt es als Web-Anwendung und als App für iOS und Android, die Anmeldung läuft per Magic-Link ohne Passwort. Personal- und Mandantenfragebögen werden validiert und für den DATEV-Import aufbereitet. Die Freizeichnung (29 €/Monat) erlaubt digitale Unterschriften und wird als eIDAS-konform beworben, die Signaturstufe ist nicht angegeben. Aufträge bilden wiederkehrende Mandantenarbeit als Kanban-Board mit Fristen und Serien ab, Prozesse automatisieren Abläufe nach dem Muster Auslöser, Bedingung, Aktion.

✅ Vorteile
+ Mandantenportal, Freizeichnung, Aufträge und Buchhaltung in einem Werkzeug
+ Kontierung nach SKR03/SKR04, lernt aus Korrekturen, Buchungsstapel mit Beleg an DATEV
+ Unbegrenzte Mandanten, Preis nur nach Nutzern
+ 30 Tage Test, monatlich kündbar, keine Einrichtungsgebühr
+ Daten in Deutschland, kein Training fremder KI-Modelle mit Belegdaten
⚠️ Nachteile
− KI-Buchhaltung und DATEV-Schnittstelle kosten extra, zusammen ab 197 €/Monat
− AV-Vertrag nur auf Anfrage, keine Zertifizierungen ausgewiesen
− Eingesetzte KI-Modelle und OCR-Anbieter nicht benannt
− Keine Schnittstellen zu BMD oder RZL (für Österreich ungeeignet)

Preise

Plan Preis monatlich Nutzer inkl. Besonderheit
Basic 49 € 3 Mandantenportal mit App, Fragebögen, unbegrenzte Stammdaten
Premium (beliebt) 149 € 5 Dokumentengenerator, konfigurierbare Fragebögen, Sprachpaket
Unlimited 399 € 30 Unbegrenzte Bewegungsdaten, Telefon-Support

Alle Preise netto zzgl. USt. Jeder weitere Nutzer kostet 9 €/Monat, Mandanten sind unbegrenzt und deren Zugänge kostenlos.

Add-on Preis monatlich Inklusive
KI-Buchhaltung 99 € 300 Buchungssätze, danach 0,40 € je Buchungssatz
DATEV-Schnittstelle 49 € unbegrenzt
Bescheidprüfung 49 € 25 Prüfungen, danach 1 € je Prüfung
Freizeichnung 29 € unbegrenzt
Dateiaustausch 49 € unbegrenzt
Rechnungen (StBVV) 49 € unbegrenzt
Aufträge 99 € unbegrenzt
Prozesse 99 € unbegrenzt
White-Label 99 € unbegrenzt

Rechenbeispiel: Eine kleine Kanzlei mit 3 Nutzern, die die KI-Kontierung mit Übergabe an DATEV nutzen will, zahlt Basic (49 €), KI-Buchhaltung (99 €) und DATEV-Schnittstelle (49 €), also 197 €/Monat für bis zu 300 Buchungssätze. Kommen Freizeichnung und Dateiaustausch dazu, sind es 275 €/Monat. Jahrespreise oder Rabatte weist docunest nicht aus, nicht genutzte Kontingente verfallen zum Monatsende. Getestet werden kann jeder Plan 30 Tage kostenlos ohne Kreditkarte.

Datenschutz & Sicherheit

Aspekt Details
Anbieter docunest GmbH, Nürnberg (HRB 44815)
Serverstandort Deutschland (Frankfurt am Main) laut Anbieter
AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO Auf Anfrage, kein öffentlicher Download
Zertifizierungen Keine ausgewiesen
Subprozessoren Für das Kanzleiprodukt nicht öffentlich gelistet
KI-Modelle / OCR-Anbieter Nicht benannt
KI-Training mit Belegdaten Laut Anbieter kein Training fremder Modelle
§ 203 StGB Keine Aussage, Vereinbarung separat anfordern
Website-Tracking Google Analytics nach Einwilligung

Die Datenhaltung in Deutschland und der Verzicht auf Training mit Belegdaten sind gute Voraussetzungen. Für den Kanzleieinsatz fehlen aber öffentlich nachprüfbare Unterlagen: Der AV-Vertrag muss angefordert werden, eine Subprozessor-Liste für das Kanzleiprodukt gibt es nicht, und welche KI-Modelle die Kontierung und die Bescheidprüfung antreiben, bleibt offen. Kanzleien sollten vor dem Start den AV-Vertrag, die Liste der Unterauftragnehmer inklusive KI-Anbieter und eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach § 203 StGB anfordern. Hintergrund dazu: AVV mit KI-Anbietern.

Alternativen im Vergleich

Tool Preis ab Stärke ggü. docunest DSGVO
GetMyInvoices 19 €/Monat Belegabholung aus über 10.000 Online-Portalen, ISO 27001 9,0
Finmatics 750 €/Monat Trainierbare Vorkontierung, BMD/RZL/DATEV (auch Österreich) 9,0
Taxy.io Workspace 149 €/Platz KI-Recherche und Workflows auf Otto-Schmidt-Fachinhalten 9,3

Fazit

docunest ist eine durchdachte Kanzleisoftware für deutsche DATEV-Kanzleien, die Mandantenportal, Freizeichnung, Aufträge und Belegfluss bündeln wollen. Die KI-Buchhaltung arbeitet nachvollziehbar mit Lieferanten-Vorgaben, Regeln und KI-Vorschlag, lernt aus Korrekturen und liefert saubere Buchungsstapel samt Beleg an DATEV. Dass es kein Mandantenlimit gibt und alles monatlich kündbar ist, senkt die Einstiegshürde.

Der niedrige Einstiegspreis von 49 € täuscht allerdings: Wer die KI-Funktionen will, landet mit DATEV-Schnittstelle schnell bei rund 200 € im Monat. Beim Datenschutz fehlen für eine Kanzleisoftware wichtige Nachweise wie ein öffentlicher AV-Vertrag, Zertifizierungen und offengelegte KI-Anbieter. Mit diesen Unterlagen in der Hand ist docunest für kleine und mittlere DATEV-Kanzleien eine ernsthafte Option, für Kanzleien in Österreich nicht.

Hinweis: Alle Angaben basieren auf eigener Recherche (Stand: Oktober 2026). Preise, Funktionen und Datenschutzbedingungen können sich jederzeit ändern. Keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Dieser Artikel stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Siehst du einen Fehler? Schreib uns.

Häufige Fragen zu docunest

Was kostet docunest für eine Steuerkanzlei?
Der Einstieg liegt bei 49 €/Monat netto im Basic-Plan mit 3 Nutzern und Mandantenportal. Premium kostet 149 €/Monat mit 5 Nutzern, Unlimited 399 €/Monat mit 30 Nutzern. Jeder weitere Nutzer kostet 9 €/Monat. Die Zahl der Mandanten ist in allen Plänen unbegrenzt, Mandantenzugänge sind kostenlos. Die meisten Funktionen sind Add-ons: KI-Buchhaltung 99 €/Monat, DATEV-Schnittstelle 49 €/Monat, Bescheidprüfung 49 €/Monat. Wer die KI-Kontierung mit DATEV-Übergabe nutzen will, zahlt also mindestens 197 €/Monat.
Wie funktioniert die KI-Buchhaltung von docunest?
Belege kommen per Upload, E-Mail-Weiterleitung oder über das Mandantenportal. ZUGFeRD und XRechnung werden strukturiert übernommen, alle anderen Belege per OCR ausgelesen. Die Kontierung nach SKR03 oder SKR04 läuft mehrstufig: zuerst Lieferanten-Vorgaben, dann Regeln, bei Bedarf ein KI-Vorschlag. Korrekturen fließen zurück, sodass der nächste Beleg desselben Lieferanten die zuletzt bestätigte Buchung übernimmt. Unsichere Fälle werden zur manuellen Kontierung markiert, die Freigabe bleibt bei der Kanzlei.
Wie kommen die Buchungen in die DATEV?
docunest bezeichnet sich als offiziellen DATEV-Schnittstellenanbieter. Die freigegebenen Buchungen gehen als Buchungsstapel über den DATEV-Buchungsdatenservice an DATEV, der Beleg hängt als Bild am Buchungssatz. Alternativ gibt es einen EXTF-Export für den klassischen Import. Umgekehrt liest docunest Stammdaten, offene Posten und Personenkonten aus DATEV, um Lieferanten am vorhandenen Kreditorenkonto zu erkennen. Für all das ist das Add-on DATEV-Schnittstelle für 49 €/Monat nötig.
Ist docunest DSGVO-konform für Kanzleien?
Teilweise. Die Daten liegen laut Anbieter ausschließlich in Deutschland (Frankfurt am Main), und Belegdaten werden nicht zum Training fremder KI-Modelle genutzt. Den AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO gibt es aber nur auf Anfrage, eine öffentliche Subprozessor-Liste für das Kanzleiprodukt fehlt, und die eingesetzten KI-Modelle werden nicht genannt. Zertifizierungen wie ISO 27001 sind nicht ausgewiesen. Eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach § 203 StGB sollten Kanzleien vor dem Start aktiv anfordern.
Taugt docunest für Kanzleien in Österreich?
Nur eingeschränkt. docunest ist auf die deutsche Kanzleipraxis zugeschnitten: DATEV-Anbindung, Kontenrahmen SKR03/SKR04 und Honorarrechnungen nach StBVV. Schnittstellen zu BMD oder RZL nennt der Anbieter nicht. Österreichische Kanzleien mit BMD oder RZL sind mit Finmatics besser bedient.
docunest oder GetMyInvoices: Was passt besser?
Die beiden setzen an unterschiedlichen Stellen an. GetMyInvoices sammelt Belege automatisch aus über 10.000 Online-Portalen und reicht sie an DATEV weiter. docunest kümmert sich um die Zusammenarbeit mit dem Mandanten, also Portal, Freizeichnung, Fragebögen und Aufträge, und bietet als Add-on eine eigene Kontierung mit Buchungsstapel. Wer vor allem viele Online-Belege einsammeln muss, ist mit GetMyInvoices besser bedient. Wer Mandantenkommunikation und Belegfluss in einem Werkzeug bündeln will, eher mit docunest.