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Finmatics

Premium
★★★★☆4.3basierend auf unserem Test
KI-Belegverarbeitung
9.2
Features
8.0
Benutzerfreundlichkeit
9.0
DSGVO
6.8
Preis-Leistung
FlinKI Redaktion · März 2026 · Aktualisiert: April 2026

Was ist Finmatics?

Finmatics ist eine KI-Plattform für automatisierte Belegverarbeitung aus Wien, gegründet 2016 von Christoph Prieler, Patrick Sagmeister und Ulrich Tröller. Im Zentrum steht „Fin", ein KI-Buchhalter der Belege automatisch erkennt, trennt (99 % Genauigkeit), ausliest und Buchungsvorschläge erstellt. Fin lernt aus jeder Korrektur und passt sich an die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Kanzlei an.

Über 1.300 Kanzleien und Unternehmen in sechs Ländern nutzen Finmatics. Im April 2025 wurde Finmatics von der norwegischen Visma-Gruppe übernommen — einer der größten österreichischen Startup-Exits. Die Plattform integriert sich nativ in DATEV, BMD, RZL, Agenda, SAP und Microsoft Business Central und ist damit der einzige Anbieter im DACH-Raum, der alle großen Kanzleisoftware-Systeme abdeckt.

Hinter der Plattform steht die Finmatics GmbH (FN 466381f, Handelsgericht Wien), Lindengasse 41, 1070 Wien. Ursprünglich 2016 als „Abacus Accounting Technologies GmbH" gegründet, erfolgte die Umbenennung in Finmatics im März 2021. Das Unternehmen beschäftigt über 120 Mitarbeiter in Österreich, Deutschland und Ungarn. 2023 sammelte Finmatics in einer Series A 6 Mio. € (Mangrove Capital Partners, Luxemburg) ein. Die deutsche Tochtergesellschaft Finmatics Deutschland GmbH sitzt in München (HRB 200254).

Für wen ist Finmatics geeignet?

Finmatics richtet sich primär an mittelgroße bis große Steuerkanzleien (ab ca. 5–10 Mitarbeitende) mit hohem Belegvolumen sowie an Unternehmen mit eigener Buchhaltungsabteilung. Wer monatlich tausende Belege verarbeitet, profitiert massiv von der Automatisierung.

Für Einzelkanzleien mit wenigen Mandanten ist der Einstiegspreis (750 €/Monat + 1.990 € Onboarding) eine hohe Hürde. Besonders gut geeignet ist Finmatics für:

  • DATEV-Kanzleien — offiziell auf dem DATEV-Marktplatz gelistet (4,8/5,0 Bewertung)
  • BMD- und RZL-Nutzer in Österreich — native Integrationen ohne Workarounds
  • Kanzleien mit gemischter Software-Landschaft — kein anderer Anbieter deckt DATEV + BMD + RZL gleichzeitig ab

Finmatics positioniert sich bewusst als Ergänzung zum DATEV Automatisierungsservice (ASR), nicht als Ersatz.

KI-Funktionen im Detail

KI-Buchhalter „Fin"

Im Zentrum steht der KI-Buchhalter „Fin": Automatische Belegerkennung und -trennung mit 99 % Genauigkeit — ohne Vorlagen oder Barcode-Stempel. Fin erkennt selbstständig, wo relevante Daten stehen, und erstellt Buchungsvorschläge auf Basis von Buchungshistorie und steuerlicher Logik. Die KI lernt aus jeder Korrektur und wird mit der Zeit immer präziser.

Reale Kundendaten über 6 Monate (30.000 Belege) zeigen:

Kennzahl Ergebnis
Trenngenauigkeit 99 %
Korrekte Datenextraktion 92 %
Vollautomatische Buchungserstellung 76 %
Zeitersparnis 67 %

Flexibler Belegeingang

Belege erreichen Finmatics über Scanner, PDF, E-Mail, Mobile App oder Web-Portal. E-Rechnungen werden automatisch erkannt und verarbeitet — unterstützt werden ZUGFeRD 2.0, XRechnung, ebInterface, UBL, IDoc FI und Peppol. Mandanten laden Belege direkt über die App oder ein White-Label-Portal hoch.

Global Classifier (seit April 2026)

Seit dem 1. April 2026 enthält Finmatics einen Global Classifier, der Kontierungsvorschläge liefert, ohne dass historische Buchungsdaten vorhanden sein müssen. Für Neukunden und frisch aufgesetzte Mandanten bedeutet das: Finmatics schlägt ab dem ersten Beleg sinnvolle Kontierungen auf Basis von SKR 03, SKR 04 und SKR 07 vor — der bisherige Engpass, dass die KI erst nach monatelangem Training gute Ergebnisse liefert, entfällt. Der Global Classifier ergänzt das bestehende Trainingscenter, das weiterhin aus mandantenspezifischen Korrekturen lernt und mit der Zeit immer präziser wird.

Trainingscenter (ab Plus Fin)

Das Trainingscenter arbeitet in vier Stufen: Basislernen aus historischen Buchungsdaten, laufendes Lernen aus Korrekturen, gezieltes Training für Spezialfälle und Prompting — natürlichsprachliche Anweisungen an die KI. Buchungsregeln lassen sich durch Markieren wichtiger Belegdetails definieren. Oft reichen wenige Tage Training für neue Belegtypen.

Split-Buchungen (ab Pro Fin)

Pro Fin ermöglicht steuerliche Splits (verschiedene USt-Sätze) und inhaltliche Splits (verschiedene Kostenarten/Kostenstellen). Die Steuerung erfolgt per natürlichsprachlichem Prompt, z. B. „70 % auf Konto 4650, 30 % auf Konto 1800".

Typische Anwendungsfälle:

  • Bewirtungskosten — 70/30 nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG
  • Hotelrechnungen — Übernachtung, Frühstück, Parkgebühr trennen
  • Metro-Belege — verschiedene USt-Sätze automatisch aufteilen

Branchenspezifische Kontenrahmen über SKR 03/04 hinaus (KFZ, Vereine, Ärzte etc.) werden ebenfalls unterstützt.

Analytics Center (ab Plus Fin)

Live-Auswertung von Belegvolumina, Mandantenaktivität, Automatisierungsraten und Übertragungswegen — bis auf Belegfeldebene. Die intelligente Belegprüfung umfasst Plausibilitätschecks, Duplikaterkennung und USt-IdNr-Prüfung mit Warnhinweisen.

Freigabe-Workflows (Enterprise Fin)

Ein- oder mehrstufige Freigabeprozesse, selbst konfigurierbar. Mandanten geben Rechnungen per Web oder Mobile App frei. SSO (z. B. Microsoft Entra ID) für sicheren Kanzlei-Login.

Neue Features 2025/2026

LLM-generierte Buchungstexte (GPT/Claude), optimierte ZUGFeRD-Verarbeitung, erweiterter Checkbot für E-Rechnungsprüfung, neue Agenda-Integration und App-Redesign.

Vorteile
  • Echte KI die mitlernt: Fin verbessert sich mit jeder Korrektur und erreicht nach 3–6 Monaten nachweislich 76 %+ vollautomatische Buchungserstellung bei 99 % Trenngenauigkeit
  • Einzige Multi-System-Integration: Nativ in DATEV, BMD, RZL, Agenda, SAP und MS Business Central — kein anderer Anbieter deckt alle drei großen DACH-Kanzleisysteme ab
  • Österreichisches Unternehmen mit solidem Datenschutz: ISO 27001, EU-Server (Hetzner DE), AVV online verfügbar, DATEV-Marktplatz-Partner
  • E-Rechnung out of the box: ZUGFeRD, XRechnung, ebInterface, UBL und Peppol werden automatisch erkannt und verarbeitet
  • Nachweisbare ROI-Zahlen: 50–70 % Zeitersparnis bei der Belegverarbeitung, belegt durch Kundenreferenzen (Audita: 80 h/Woche gespart, Happ: 65 % weniger Zeitaufwand)
Nachteile
  • Hoher Einstiegspreis: Ab 750 €/Monat + 1.990 € Onboarding-Pauschale, monatliche Zahlung kostet 20 % Aufschlag
  • Anlernphase nötig: Volle Automatisierung braucht 3–6 Monate bis Fin die kanzleispezifischen Prozesse beherrscht
  • Offene DSGVO-Fragen: Kein explizites öffentliches Statement ob Kundendaten ins KI-Modelltraining einfließen, keine §203-StGB-Vereinbarung öffentlich dokumentiert
  • Zusatzkosten summieren sich: Onboarding, Bank-Transaktionen, Service-Pakete und Buchungszeilen-Erweiterungen kosten extra — Gesamtkosten im ersten Jahr ab ca. 11.000 € netto
  • Fokus auf Belegverarbeitung: Keine Steuerrecht-Recherche, kein CRM, kein Mandantenportal für Beratung — nur der (wichtige) Prozessschritt Belegeingang bis Buchungssatz

Preise

Alle Preise bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt. Bei monatlicher Zahlung fällt ein Aufschlag von 20 % an.

Basis Fin Plus Fin Pro Fin Enterprise Fin
Preis (jährlich) 750 €/Mo 900 €/Mo 1.050 €/Mo 1.200 €/Mo
Preis (monatlich) 900 €/Mo 1.080 €/Mo 1.260 €/Mo 1.440 €/Mo
Buchungszeilen 3.000/Mo 3.000/Mo 3.000/Mo 3.000/Mo
Zeitersparnis bis 55 % bis 70 % bis 80 % bis 85 %
Belegerkennung
Buchungsvorschläge
Trainingscenter
Analytics Center
Split-Buchungen
Branchenkontenrahmen
Freigabe-Workflows
SSO

Pro Fin ist das beliebteste Paket — es kombiniert die trainierbare KI mit Split-Buchungen und Branchenkontenrahmen.

Zusatzmodule

Modul Preis
Onboarding-Pauschale 1.990 € einmalig (verpflichtend)
+1.500 Buchungszeilen 50 % des Paketpreises/Monat
Bank-Transaktionen 119 €/Monat
DATEV Meine Steuern Schnittstelle 119 €/Monat
Service Paket 2 (persönliche Begleitung) 490 €/Monat
Service Paket 3 (aktive Optimierung) 990 €/Monat
Consulting 240 €/Stunde

Rechenbeispiel: Pro Fin im ersten Jahr

Pro Fin (jährlich) + Service-Paket 2 + Onboarding = 1.050 € × 12 + 490 € × 12 + 1.990 € = 20.470 € netto im ersten Jahr. Ab dem zweiten Jahr 18.480 € netto (ohne Service-Paket: 12.600 €).

Datenschutz & Sicherheit

Die Finmatics GmbH ist eine österreichische GmbH (FN 466381f, Handelsgericht Wien) und seit April 2025 Teil der norwegischen Visma-Gruppe. Das Unternehmen ist ISO 27001 zertifiziert.

Hosting: Primäres Hosting bei Hetzner Online GmbH in Nürnberg und Falkenstein (Deutschland), ergänzend Microsoft Azure (EWR), Google Cloud (Dublin) und AWS (EWR). Alle Daten verbleiben in EU-Rechenzentren.

Verschlüsselung: TLS 1.2+ im Transit, AES-256 für ruhende Daten. Jährliche externe Penetrationstests.

AVV: Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO ist online verfügbar. Sub-Auftragsverarbeiter sind transparent gelistet (inkl. Tochter in Budapest und Orca Security mit Verarbeitung in DE).

DATEV-Marktplatz: Finmatics ist offiziell auf dem DATEV-Marktplatz gelistet (4,8/5,0 Bewertung) — ein zusätzliches Qualitätsmerkmal für die Softwarequalität und Datenschutzstandards.

:::info Offene Punkte für Berufsgeheimnisträger: 1) Kein explizites öffentliches Statement, ob Kundendaten ins allgemeine KI-Modelltraining einfließen — die KI lernt aus Nutzerkorrekturen, ob mandantenübergreifend ist unklar. 2) Keine §203-StGB-Geheimhaltungsvereinbarung öffentlich dokumentiert — sollte vor Vertragsabschluss angefragt werden. :::

Fazit

Finmatics ist die funktional stärkste spezialisierte KI-Lösung für Belegverarbeitung im DACH-Kanzleimarkt. Die einzigartige Multi-System-Integration (DATEV + BMD + RZL), die trainierbare KI mit nachgewiesenen 99 % Trenngenauigkeit und die Visma-Übernahme 2025 als Stabilitätsgarantie machen Finmatics zur Premium-Wahl für Kanzleien mit hohem Belegvolumen.

Der Preis ab 750 €/Monat plus Onboarding macht das Tool klar zum Premium-Segment — der ROI bei mittleren bis großen Kanzleien ist aber nachweisbar. Für kleinere Kanzleien lohnt ein Blick auf den DATEV Automatisierungsservice oder Lexware Office als günstigere Einstiegspunkte.

Vor Vertragsabschluss sollten Steuerberater die offenen DSGVO-Fragen (KI-Training, §203 StGB) direkt mit Finmatics klären.

Hinweis: Alle Angaben basieren auf eigener Recherche (Stand: März 2026). Preise, Funktionen und Datenschutzbedingungen können sich jederzeit ändern. Keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Dieser Artikel stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Siehst du einen Fehler? Schreib uns.

Häufige Fragen zu Finmatics

Was kostet Finmatics pro Monat?
Finmatics startet bei 750 €/Monat (Basis Fin) bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt. Das beliebteste Paket Pro Fin kostet 1.050 €/Monat. Bei monatlicher Zahlung fällt ein Aufschlag von 20 % an. Dazu kommt eine einmalige Onboarding-Pauschale von 1.990 €. Alle Pakete enthalten 3.000 Buchungszeilen pro Monat.
Ist Finmatics DSGVO-konform?
Finmatics ist eine österreichische GmbH, ISO 27001 zertifiziert, mit Servern in Deutschland (Hetzner, Nürnberg/Falkenstein). Ein AVV ist online verfügbar. Seit 2025 gehört Finmatics zur norwegischen Visma-Gruppe. Offener Punkt: Es gibt kein explizites öffentliches Statement, ob Kundendaten ins allgemeine KI-Modelltraining einfließen. Steuerberater als Berufsgeheimnisträger sollten eine ergänzende §203-StGB-Vereinbarung anfragen.
Lohnt sich Finmatics für kleine Steuerkanzleien?
Das hängt vom Belegvolumen ab. Mit 750 €/Monat plus 1.990 € Onboarding ist der Einstieg im Premium-Segment. Kanzleien mit hohem Belegaufkommen erreichen nachweislich 50–70 % Zeitersparnis. Für Einzelkanzleien mit wenigen Mandanten gibt es günstigere Alternativen wie Lexware Office oder den DATEV Automatisierungsservice.
Welche Buchhaltungssysteme unterstützt Finmatics?
Finmatics ist der einzige Anbieter mit nativen Integrationen in DATEV, BMD, RZL, Agenda, SAP und Microsoft Business Central. Damit werden alle drei großen Kanzleisoftware-Systeme im DACH-Raum abgedeckt. Weitere Systeme können über eine REST-API angebunden werden.
Wie lange dauert es, bis die KI von Finmatics gut funktioniert?
Nach 3 bis 6 Monaten werden laut Finmatics die höchsten Automatisierungsraten erreicht. Reale Kundendaten zeigen nach 6 Monaten: 99 % Trenngenauigkeit, 92 % korrekte Datenextraktion und 76 % vollautomatische Buchungserstellung. Je mehr Belege verarbeitet werden, desto schneller steigt die Trefferquote.
Gibt es eine kostenlose Testversion von Finmatics?
Ja, Finmatics bietet einen kostenlosen 30-Tage-Demoaccount ohne Kreditkarte an. Zusätzlich können persönliche Live-Demos jederzeit angefordert werden.
Was unterscheidet Finmatics von Lexware Office?
Lexware Office ist eine Cloud-Buchhaltungssoftware für die vorbereitende Buchhaltung (Belegerkennung, Kontierung, BWA). Finmatics konzentriert sich auf den Schritt davor: die automatisierte Belegverarbeitung mit trainierbarer KI. Finmatics ergänzt Buchhaltungssysteme wie Lexware Office, DATEV oder BMD, ersetzt sie aber nicht.
Wem gehört Finmatics?
Finmatics wurde 2016 in Wien gegründet und gehört seit April 2025 zur norwegischen Visma-Gruppe, einem der größten europäischen Softwareunternehmen mit 2,4 Milliarden € Umsatz. Die Übernahme gilt als einer der größten österreichischen Startup-Exits. Finmatics operiert weiterhin eigenständig aus Wien.