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DxO PhotoLab 9

DSGVO
★★★★☆4.3basierend auf unserem Test
KI-Bildbearbeitung
9.3
Features
7.8
Benutzerfreundlichkeit
9.2
DSGVO
7.9
Preis-Leistung
FlinKI Redaktion · April 2026

Was ist DxO PhotoLab 9?

DxO PhotoLab 9 ist ein professioneller RAW-Konverter und Bildbearbeitungsprogramm des französischen Unternehmens DxO Labs S.A. mit Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris. Die aktuelle Version 9 wurde am 29. September 2025 veröffentlicht — PetaPixel titelte bei der Markteinführung „biggest upgrade in 20 years" — und liegt Stand April 2026 bei Version 9.6, die zahlreiche Stabilitätsverbesserungen und den neuen High-Fidelity-DNG-Export brachte.

Das zentrale Versprechen von PhotoLab 9 lässt sich auf drei Säulen reduzieren: Branchenführende KI-Entrauschung durch DeepPRIME XD3 (rund 3 Blendenstufen ISO-Gewinn), laborvermessene Objektivkorrekturen auf Basis von über 111.475 Kamera-Objektiv-Kombinationen und eine konsequente Dauerlizenz ohne Abo-Zwang — in einem Markt, in dem Adobe, Topaz und zunehmend auch Capture One auf Abonnements setzen. Dazu kommt eine Eigenschaft, die für DACH-Fotografen mit Personenfotos besonders relevant ist: 100 Prozent lokale Verarbeitung durch ein europäisches Unternehmen, das direkt der DSGVO unterliegt.

Für wen ist PhotoLab 9 geeignet?

Die Kernzielgruppe sind technisch anspruchsvolle Fotografen, die das Maximum aus ihren RAW-Dateien herausholen wollen — insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen. Hochzeits- und Portrait-Fotografen, die regelmäßig bei hohen ISO-Werten zwischen 3.200 und 12.800 arbeiten (Kirche, Abenddämmerung, Available-Light-Porträts in Innenräumen), profitieren am stärksten von DeepPRIME XD3. Eine Hochzeitsaufnahme bei ISO 12.800, die nach DeepPRIME XD3 aussieht wie ISO 1.600, ist der Unterschied zwischen „brauchbar" und „druckbar".

Fujifilm-Nutzer erleben mit PhotoLab 9 einen echten Durchbruch: DeepPRIME XD3 X-Trans ist erstmals verfügbar und beseitigt die X-Trans-typischen Artefakte, die bei Lightroom und Capture One seit Jahren ein Ärgernis sind. Wer eine X-H2S, X-T5 oder X100VI besitzt, bekommt hier einen messbaren Qualitätssprung.

Landschaftsfotografen schätzen die Kombination aus Entrauschung und den einzigartigen laborvermessenen Objektivkorrekturen. Wo andere Tools mit generischen Profilen arbeiten, kennt DxO die exakte optische Signatur jeder getesteten Kamera-Objektiv-Kombination bis in die Bildecken — Kantenschärfe-Korrektur, chromatische Aberration und Vignettierung werden präziser korrigiert als mit jeder anderen Software.

Datenschutzbewusste Profis finden in PhotoLab 9 die stärkste Kombination aus Funktionsumfang und DSGVO-Compliance: 100 Prozent lokale Verarbeitung, EU-Unternehmen, kein KI-Training mit Nutzerbildern.

Weniger geeignet ist PhotoLab 9 für Fotografen, die primär ein Bibliotheksmanagement-Tool suchen. Die integrierte Bildverwaltung PhotoLibrary ist rudimentär — keine Keywords, keine Smart Collections, kein Sternebewertungs-System, das mit Lightroom mithalten könnte. Ebenso für Fotografen, die einen Cloud-basierten Workflow bevorzugen: PhotoLab arbeitet ausschließlich lokal, es gibt keine mobile App, keine Sync-Funktion und kein Web-Interface.

KI-Funktionen im Detail

DeepPRIME XD3

Das Flaggschiff-Feature von PhotoLab 9. DeepPRIME XD3 ist DxOs vierte Generation neuronaler Entrauschung und nutzt ein deutlich tieferes Netzwerk als der Vorgänger DeepPRIME 3. Der praktische Gewinn beträgt rund 3 Blendenstufen ISO — eine Aufnahme bei ISO 12.800 wird auf das Rausch-Niveau von ISO 1.600 gebracht, ohne sichtbaren Detailverlust in Haaren, Hautporen oder feinen Strukturen. Das ist branchenführend und übertrifft Lightrooms Denoise, Topaz Denoise AI und ON1 NoNoise deutlich.

Die Kehrseite: DeepPRIME XD3 ist 1,6 bis 2,5 Mal langsamer als DeepPRIME 3. Bei einem typischen Hochzeitsbatch von 500 Bildern auf einer modernen Nvidia RTX 4070 bedeutet das rund 45 bis 60 Minuten Verarbeitungszeit statt 20 bis 30 Minuten. Für zeitkritische Workflows bietet DxO deshalb weiterhin DeepPRIME 3 als schnellere Alternative (rund 2 Blendenstufen Gewinn, natürlichere Körnigkeit) und das klassische PRIME als CPU-basierte Option.

DeepPRIME XD3 X-Trans

Erstmals in PhotoLab 9 bietet DxO eine dedizierte DeepPRIME-Variante für Fujifilm X-Trans-Sensoren. Bisherige RAW-Konverter hatten mit dem unregelmäßigen X-Trans-Filterpattern zu kämpfen und produzierten charakteristische Schärfe-Artefakte (das berüchtigte „Wurmreliefmuster" bei feinen Strukturen). DeepPRIME XD3 X-Trans löst dieses Problem auf neuronaler Ebene und liefert erstmals artefaktfreie Ergebnisse auf Fujifilm-X-Niveau — ein Feature, auf das die Fujifilm-Community seit Jahren wartet.

KI-Masken

Neu in PhotoLab 9 sind automatische KI-Masken mit Motiverkennung. Per Hover und Klick erkennt die KI bis zu 10 Motivtypen: Himmel, Personen, Tiere, Haare, Fahrzeuge, Vegetation und weitere. Die Masken können als Ausgangspunkt für selektive Korrekturen verwendet werden — zum Beispiel den Himmel nachdunkeln, eine Person aufhellen oder Haare getrennt vom Gesicht bearbeiten.

Die Qualität der KI-Masken ist solide, aber nicht auf dem Niveau von Adobes Object Selection oder Affinitys Refine-Selection-Werkzeug. Feine Haarsträhnen und halbtransparente Schleier (relevant bei Hochzeitsfotos) werden nicht immer sauber erkannt. In der Praxis empfiehlt sich eine Kombination aus KI-Maske als Grobauswahl und anschließender Verfeinerung mit DxOs bewährter U-Point-Technologie — einer Punkt-basierten lokalen Anpassung, die die Maske als Startwert nutzt.

Lokale DeepPRIME-Anwendung

Eine der praktisch relevantesten Neuerungen: Ab PhotoLab 9 lässt sich DeepPRIME selektiv auf Bildbereiche anwenden. Statt das gesamte Bild mit derselben Stärke zu entrauschen, kann man aggressive Entrauschung in den Schatten fahren und dabei Hauttöne, Augendetails oder strukturreiche Vordergrund-Elemente separat behandeln. In der Praxis bedeutet das: Bei einem Available-Light-Porträt können die dunklen Hintergrundbereiche mit voller XD3-Stärke entrauscht werden, während das Gesicht mit sanfterer Einstellung bearbeitet wird und mehr natürliche Hautstruktur behält.

Laborvermessene Objektivmodule

Das langjährige Alleinstellungsmerkmal von DxO, das durch KI ergänzt, aber nicht ersetzt wurde: Über 111.475 Kamera-Objektiv-Kombinationen sind in der Datenbank vermessen. Die Module korrigieren nicht nur die üblichen Verzeichnungen und chromatische Aberrationen, sondern auch die Kantenschärfe — eine Korrektur, die kein anderer RAW-Konverter auf diesem Niveau bietet. Für Landschafts- und Architekturfotografen, die randnahe Schärfe in Weitwinkelaufnahmen brauchen, ist das ein messbarer Qualitätsgewinn.

Was PhotoLab 9 NICHT kann

Ehrlich aufgelistet — das fehlt und wird auch nicht kommen:

  • Kein generatives Entfernen (Content-Aware Fill / GenErase) — DxO bietet nur ein einfaches Repair-Tool
  • Kein Super Resolution / Upscaling — wer vergrößern will, braucht Topaz Photo AI oder Luminar Neo
  • Kein HDR Merge aus Belichtungsreihen
  • Kein Panorama Stitching
  • Kein Tethered Shooting — keine direkte Kamerasteuerung
  • Keine Video-Unterstützung
  • Kein Keyword-System — die Bibliothek arbeitet nur mit Ordnerstrukturen und Sternen
  • Kein Live-DeepPRIME-Preview — die KI-Entrauschung wird erst beim Export berechnet, nicht in Echtzeit im Viewer

Wer diese Features braucht, muss sie über andere Tools im Stack abdecken — PhotoLab 9 ist ein Spezialist, kein Allrounder.

✅ Vorteile
+ Branchenführende KI-Entrauschung mit DeepPRIME XD3 (~3 Blendenstufen ISO-Gewinn)
+ 100% lokale Verarbeitung, EU-Unternehmen, kein KI-Training mit Nutzerbildern — stärkstes DSGVO-Profil aller RAW-Konverter
+ Dauerlizenz ohne Abo-Zwang, 30-Tage-Vollversion-Testphase
+ 111.475+ laborvermessene Objektivkorrekturen inkl. Kantenschärfe (einzigartig)
+ Fujifilm X-Trans-Durchbruch mit DeepPRIME XD3 X-Trans (artefaktfrei erstmals)
⚠️ Nachteile
− Basisfunktionen (Vignettierung, Luminanzmasken, Spiegeln) hinter kostenpflichtigen Add-ons FilmPack und ViewPoint
− Schwaches Bibliotheksmanagement: keine Keywords, keine Smart Collections, keine moderne Archivierung
− Kein Live-DeepPRIME-Preview — Entrauschung erst beim Export sichtbar, nicht im Viewer
− Stabilitätsprobleme zur Markteinführung im September 2025 (mit v9.6 inzwischen behoben)
− Alle 37 Tage ist eine Online-Lizenzprüfung nötig — offline-Nutzung nur mit Zeitfenster

Preise und Lizenzmodell

DxO PhotoLab 9 wird ausschließlich als Dauerlizenz verkauft — kein Abo, kein Annual-Pass, kein Upgrade-Zwang. Wer Version 9 kauft, darf sie zeitlich unbegrenzt nutzen, auch wenn Version 10 oder 11 erscheint. Für DACH-Fotografen, die die Abo-Müdigkeit bei Adobe und Topaz spüren, ist das ein echtes Argument.

Edition Neukauf Upgrade (von PL7/PL8) Enthalten
Essential €149,99 ab €84,99 Grundlegende RAW-Entwicklung, DeepPRIME 3, Basis-KI-Masken, Objektivmodule
Elite €239,99 ab €119,99 + DeepPRIME XD3, erweiterte KI-Masken, lokale DeepPRIME-Anwendung, U Point, ClearView Plus, Reparaturwerkzeug
Elite + FilmPack 8 ~€309,99 + Filmemulationen, Vignettierung, Luminanzmasken, Rahmenwerkzeuge
Elite + ViewPoint 5 ~€289,99 + Perspektivkorrektur, Horizon-Leveling, Spiegeln
Elite + FilmPack + ViewPoint ~€405,99 Vollausstattung

Zahlungsmethoden für den DACH-Raum: Visa, MasterCard, American Express, PayPal, Sofort Überweisung (Österreich) und giropay (Deutschland). Brevo und Tidio akzeptieren nur Kreditkarte/USD — hier hat DxO die Nase vorn.

30-Tage-Testversion: Die Testphase umfasst die volle Elite-Edition ohne Einschränkungen und ohne Kreditkartenangabe. Empfehlung: Testen Sie einen realen Hochzeitsshoot mit 200 Bildern bei hohem ISO — der Qualitätsunterschied zu Lightroom Denoise wird dort am deutlichsten sichtbar.

Kritischer Punkt — Add-on-Pflicht für Basisfunktionen: Funktionen, die bei Lightroom oder Capture One selbstverständlich sind, stecken bei DxO hinter separaten Add-ons: Vignettierung und Luminanzmasken erfordern FilmPack (€150), das Spiegeln von Bildern erfordert ViewPoint (€120). Das Bundle-Paket (Elite + beide Add-ons, ~€406) relativiert den Einzelpreis, aber die Tatsache, dass „Bild horizontal spiegeln" ein separates Kaufprodukt ist, irritiert zurecht.

Datenschutz und Datenverarbeitung

PhotoLab 9 hat das stärkste DSGVO-Profil unter allen KI-RAW-Konvertern am Markt. Das liegt an drei Faktoren, die in Kombination einzigartig sind:

1. 100% lokale Verarbeitung: Sämtliche Bildbearbeitung — DeepPRIME XD3, KI-Masken, Objektivkorrekturen, Farbentwicklung — läuft ausschließlich auf dem lokalen Rechner. Es gibt keinen Cloud-Service, keinen Upload, keine Server-Kommunikation während der Bildbearbeitung. Für Hochzeits- und Portrait-Fotografen, die mit identifizierbaren Personen arbeiten, ist das die Goldstandard-Lösung: Kein Risiko einer unbeabsichtigten Datenübertragung.

2. Europäisches Unternehmen: DxO Labs S.A. hat seinen Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris und ist als französisches Unternehmen direkt der DSGVO unterworfen — kein EU-US Data Privacy Framework, keine Standardvertragsklauseln als Brücke. Das ist strukturell sicherer als bei Topaz Labs (Dallas, Texas), Aftershoot (Delaware, USA) oder Skylum (Luminar Neo, Shinyfields Ltd., Zypern mit Ukraine-Entwicklungszentrum).

3. KI-Training ohne Nutzerbilder: DxOs DeepPRIME-Modelle werden ausschließlich mit eigenen Laboraufnahmen trainiert, die unter kontrollierten Bedingungen im DxO-Labor entstehen. Nutzerbilder fließen zu keinem Zeitpunkt ins Training ein — ein Punkt, der bei einigen Wettbewerbern weniger eindeutig geregelt ist.

Telemetrie (CEIP): DxO bietet ein Customer Experience Improvement Program an, das Opt-in ist und ausschließlich anonymisierte Nutzungsstatistiken erfasst — keine Bilder, keine Personendaten, keine Metadaten zu fotografierten Personen. Für maximale Datensparsamkeit empfehlen wir, CEIP in den Einstellungen zu deaktivieren.

Einziger Datenfluss ins Ausland: Der DxO-Webshop kann Zahlungs- und Rechnungsdaten in die USA übertragen (Payment-Provider-Abhängigkeit), abgesichert über Standardvertragsklauseln. Einen öffentlichen AVV/DPA bietet DxO nicht an, was für die typische lokale Bildbearbeitungsnutzung jedoch nicht erforderlich ist — der Fotograf ist kein Auftragsverarbeiter, sondern selbst Verantwortlicher.

Empfehlung: CEIP deaktivieren, DxO im Verarbeitungsverzeichnis als lokales Tool dokumentieren (Zweck: Bildbearbeitung, Rechtsgrundlage: berechtigtes Interesse Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO), fertig. Weniger Aufwand als bei jedem Cloud-Tool.

Systemanforderungen und Performance

Windows Minimum Windows Empfohlen macOS Minimum macOS Empfohlen
OS Windows 10 v21H2 Windows 11 macOS 13 Ventura macOS 15 Sequoia
CPU Intel 6. Gen / AMD Ryzen Intel 9. Gen / Ryzen 5000 Apple M1 Apple M2 Pro+
RAM 8 GB 16 GB (32 empfohlen für Batches) 8 GB 16 GB+
GPU RTX 30xx+ / Intel ARC (ab v9.6 Pflicht für KI) M1+ (Pflicht für KI-Masken)
Speicher SSD, 6 GB frei NVMe SSD SSD, 6 GB frei NVMe SSD

Wichtig seit v9.6: Auf Windows setzt DxO für KI-Features nun mindestens eine Nvidia RTX 3000-Serie oder Intel ARC voraus. Ältere GPUs (GTX 10xx/20xx) können DeepPRIME nur noch über CPU berechnen, was 5 bis 10 Mal langsamer ist. Auf Mac ist Apple Silicon ab M1 Pflicht für KI-Masken — Intel-Macs werden nicht mehr unterstützt.

Performance im Vergleich: In unabhängigen Benchmarks (PetaPixel, Photography Blog) ist DeepPRIME XD3 bei der reinen Entrauschungsqualität 2 bis 6 Mal schneller als Lightrooms Denoise bei vergleichbarer oder besserer Qualität. Bei einem Batch von 200 RAW-Dateien auf einem M3 Pro Macbook benötigt DxO rund 25 Minuten, Lightroom rund 90 bis 120 Minuten. Der Geschwindigkeitsvorteil wird allerdings durch das fehlende Live-Preview relativiert: Lightroom zeigt Denoise in Echtzeit im Develop-Modul, DxO erst beim Export.

Workflow: Standalone vs. Lightroom-Plugin

DxO PhotoLab 9 kann als Standalone oder als Plugin für Lightroom Classic eingesetzt werden. Beide Varianten haben spezifische Vor- und Nachteile.

Standalone-Workflow: Bilder werden direkt in PhotoLab importiert, entwickelt und als JPEG/TIFF/DNG exportiert. PhotoLibrary bietet eine rudimentäre Ordnerstruktur mit Sternen und Farbmarkierungen, aber kein Keyword-System, keine Smart Collections und keine Gesichtserkennung. Für Fotografen, die ihre Bilder bereits per Ordnerstruktur organisieren (z.B. nach Datum oder Auftrag), ist das ausreichend. Für alle anderen ist es zu wenig.

Lightroom-Plugin-Workflow (empfohlen): Die Stärke von PhotoLab 9 liegt in der RAW-Entwicklung — die Stärke von Lightroom liegt im Katalog- und Bibliotheksmanagement. Der ideale Workflow kombiniert beides: Bilder in Lightroom importieren, taggen und organisieren, dann an PhotoLab übergeben für Entrauschung und Objektivkorrekturen, das Ergebnis als DNG zurück in den Katalog.

Seit v9.6: 4× kleinere DNG-Dateien. Das High-Fidelity-Compression-Update reduziert die Größe der exportierten DNG-Dateien um Faktor 4 — ein 50-MB-DNG wird zu einem 12-MB-DNG, ohne messbaren Qualitätsverlust. Für Fotografen, die hunderte Bilder pro Shooting durch den Plugin-Workflow schicken, ist das eine massive Speicherersparnis.

Alternativen im Vergleich

Tool Typ Preis Entrauschung DSGVO Besonderheit
DxO PhotoLab 9 RAW-Konverter ab €149,99 (einmalig) ⭐⭐⭐⭐⭐ DeepPRIME XD3 ⭐⭐⭐⭐⭐ EU + 100% lokal Laborvermessene Objektive
Topaz Photo AI Enhancement-Suite ab $17/Mo (Abo) ⭐⭐⭐⭐ Denoise + Super Focus ⭐⭐⭐⭐ US, lokal als Default Upscaling + Face Recovery
Lightroom + Denoise RAW-Workflow ab €11,89/Mo (Abo) ⭐⭐⭐ Gut, nicht führend ⭐⭐⭐ Cloud-Sync optional Bestes DAM
Capture One RAW-Workflow ab €349 (einmalig) ⭐⭐ Kein dediziertes KI-Denoise ⭐⭐⭐⭐ DK, lokal Bestes Farbmanagement
ON1 Photo RAW All-in-One ab $99 (einmalig) ⭐⭐⭐ NoNoise AI, solide ⭐⭐⭐ US, lokal Bestes Preis-Leistung All-in-One

Komplementär, nicht konkurrierend: PhotoLab 9 und Topaz Photo AI adressieren unterschiedliche Use Cases. DxO ist der RAW-Konverter mit integrierter Entrauschung, Topaz ist das Post-Processing-Enhancement-Tool für Upscaling, Schärfung und generative Restaurierung. Viele Profifotografen nutzen beide: DxO für die RAW-Entwicklung, Topaz für Upscaling und Face Recovery an Einzelbildern.

Fazit

DxO PhotoLab 9 ist Stand April 2026 der technisch beste RAW-Konverter am Markt, wenn es um Entrauschung geht — und gleichzeitig der datenschutzfreundlichste. Die Kombination aus DeepPRIME XD3 (3 Blendenstufen ISO-Gewinn), laborvermessenen Objektivkorrekturen und 100 Prozent lokaler Verarbeitung durch ein europäisches Unternehmen ist einzigartig. Kein anderes Tool bietet dieses Paket, und die Dauerlizenz ohne Abo-Zwang macht den Preis planbar.

Die Schwächen sind real, aber nicht fatal: Basisfunktionen wie Vignettierung und Spiegeln hinter Add-ons zu verstecken ist kundenunfreundlich, das Bibliotheksmanagement ist minimal, und das fehlende Live-DeepPRIME-Preview kostet im Workflow Zeit. Die Stabilitätsprobleme zum Launch im September 2025 sind mit v9.6 behoben, aber das Vertrauensdefizit bleibt bei Nutzern, die den holprigen Start miterlebt haben.

Unsere Empfehlung: Für Hochzeits-, Portrait- und Landschaftsfotografen, die maximale RAW-Qualität mit dem stärksten Datenschutzprofil kombinieren wollen, ist PhotoLab 9 Elite die erste Wahl. Der ideale DACH-Workflow: Lightroom Classic für Katalog und Organisation, PhotoLab 9 als Plugin für Entrauschung und Objektivkorrekturen, und bei Bedarf Topaz Photo AI für Upscaling und Restaurierung. Dieses Setup kostet einmalig rund 240 Euro plus den Lightroom-Abo-Preis und liefert die beste verfügbare Bildqualität bei maximaler DSGVO-Konformität. Alle KI-Tools für Fotografen im Überblick auf unserer Fotografen-Berufsgruppen-Seite.

Hinweis: Alle Angaben basieren auf eigener Recherche (Stand: April 2026). Preise, Funktionen und Datenschutzbedingungen können sich jederzeit ändern. Keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Dieser Artikel stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Siehst du einen Fehler? Schreib uns.

Häufige Fragen zu DxO PhotoLab 9

Was kostet DxO PhotoLab 9 im Jahr 2026?
DxO PhotoLab 9 wird ausschließlich als Dauerlizenz verkauft, kein Abo. Die Essential-Edition kostet 149,99 Euro als Neukauf, die Elite-Edition 239,99 Euro. Wer von PhotoLab 7 oder 8 aufsteigt, zahlt ab 84,99 Euro (Essential) bzw. 119,99 Euro (Elite). Bundles mit FilmPack 8 und ViewPoint 5 sind verfügbar und sparen 15 bis 25 Prozent gegenüber Einzelkauf. Alle Preise sind Nettopreise inklusive 20 Prozent USt. in Österreich bzw. 19 Prozent MwSt. in Deutschland. Die 30-Tage-Testversion umfasst die volle Elite-Edition ohne Einschränkungen.
Läuft PhotoLab 9 komplett lokal oder in der Cloud?
Zu 100 Prozent lokal. Sämtliche Bildverarbeitung inklusive DeepPRIME XD3, KI-Masken und Objektivkorrekturen läuft ausschließlich auf dem eigenen Rechner. Keine Bilder werden an Server übertragen. Auch das KI-Training erfolgt nicht mit Nutzerbildern, sondern ausschließlich mit DxO-eigenen Laboraufnahmen. DxO Labs ist ein französisches Unternehmen mit Sitz in Boulogne-Billancourt und damit direkt der DSGVO unterworfen. Für Hochzeits- und Portrait-Fotografen im DACH-Raum ist das die stärkste datenschutzrechtliche Ausgangslage unter allen KI-RAW-Konvertern am Markt.
Was ist DeepPRIME XD3 und was bringt es Fotografen?
DeepPRIME XD3 ist DxOs neueste KI-Entrauschungstechnologie und nutzt ein tiefes neuronales Netzwerk, das auf DxO-Laboraufnahmen trainiert wurde. Der praktische Nutzen: Fotografen gewinnen rund 3 Blendenstufen ISO-Spielraum. Eine Aufnahme bei ISO 12.800 sieht nach DeepPRIME XD3 aus wie ISO 1.600 — ohne sichtbaren Detailverlust. Das ist branchenführend und übertrifft Lightrooms eingebaute Denoise-Funktion, Topaz Denoise AI und DxOs eigenes DeepPRIME 3 aus der Vorgängerversion deutlich. Der Preis dafür ist Rechenzeit: DeepPRIME XD3 ist 1,6 bis 2,5 Mal langsamer als DeepPRIME 3, was bei großen Batches eine dedizierte GPU erfordert.
Funktioniert DxO PhotoLab 9 als Lightroom-Plugin?
Ja. PhotoLab 9 lässt sich als externes Editor-Plugin in Lightroom Classic einbinden. Der Workflow funktioniert über DNG-Export: Lightroom übergibt das RAW an PhotoLab, dort wird entrauscht, geschärft und korrigiert, das Ergebnis kommt als DNG zurück in den Lightroom-Katalog. Wichtig: In Lightroom muss die Option An DxO übertragen gewählt werden, nicht Bearbeiten in, da sonst ein TIFF statt eines RAW-fähigen DNG übergeben wird. Seit Version 9.6 sind die exportierten DNG-Dateien dank High-Fidelity-Kompression rund viermal kleiner als zuvor, was den Festplattenverbrauch in kombinierten Lightroom-Workflows drastisch reduziert.
Für welche Kameras eignet sich PhotoLab 9 besonders?
PhotoLab 9 unterstützt alle großen Kamerasysteme von Canon, Nikon, Sony, Fujifilm, Panasonic/Lumix, OM System, Pentax und Leica. Besonders stark ist der Sprung bei Fujifilm X-Trans-Sensoren: DeepPRIME XD3 X-Trans ist in PhotoLab 9 erstmals verfügbar und liefert deutlich bessere Ergebnisse als alle Vorgänger. Auch ältere Kameras profitieren überproportional, da die KI-Entrauschung selbst aus 12-Megapixel-Dateien beeindruckende Qualität herausholt. Nicht unterstützt werden Smartphone-RAWs und einige Nischen-Marken wie Hasselblad Medium Format.
Welche Alternativen gibt es zu DxO PhotoLab 9?
Die wichtigsten Alternativen sind Topaz Photo AI (Abo ab 17 Dollar pro Monat, spezialisiert auf Entrauschung und Upscaling, US-Unternehmen), Adobe Lightroom Classic mit eingebautem Denoise (Abo ab 11,89 Euro pro Monat, bequemster Workflow aber schwächere Entrauschung), Capture One (Dauerlizenz ab 349 Euro, stärkstes Farbmanagement aber keine vergleichbare KI-Entrauschung) und ON1 Photo RAW (Dauerlizenz ab 99 Dollar, All-in-One aber schwächere Entrauschung). PhotoLab 9 bietet unter allen die beste RAW-Qualität und das stärkste Datenschutzprofil. Wer beides will — beste Entrauschung und vollständiges Bibliotheksmanagement — kombiniert PhotoLab 9 als Plugin mit Lightroom Classic.